Gastgeber Neuseeland befindet sich derzeit in der siebten Rugby-WM. Das sportliche Mega-Event begeistert auch Länder wie England, Frankreich, Australien und Südafrika. Bei uns ist Rugby absolut unbekannt und unbeliebt. Mit einem Etat von 170 Millionen Euro, einer Dauer von rund sechs Wochen und mehr als einer Million Zuschauern zählt die siebte Rugby-Weltmeisterschaft neben Olympia, Fußball-WM und -EM sowie der Tour de France weltweit zu den größten Sportveranstaltungen. Zum siebten Mal wird die WM ausgetragen und Deutschland ist zum siebten Mal nur Zuschauer. “Dort gibt es Profi-Rugby in höchster Vollendung zu sehen. In Deutschland spielen hauptsächlich Amateure, das kann man kaum vergleichen”, sagte DRV-Geschäftsführer (Deutsche Rugby-Verband) Volker Himmer. “Der Internationale Verband IRB hält uns zwar für einen interessanten Werbemarkt. Doch dafür fehlen uns die Strukturen, die sich bei uns langsam entwickeln.” Auf einem guten Weg?Wegen eines vergleichsweise geringen Betrags von 200 000 Euro ist der Verband in finanzielle Schieflage geraten. “Wir sind auf einem guten Weg”, äußerte sich Himmer zuversichtlich über den Stand der Dinge. Trotz der Finanzmisere wird der DRV einen Delegierten zum IRB-Kongress in der letzten WM-Woche nach Neuseeland schicken. Bei den Gastgebern ist die Freude riesig. Nach dem großen WM-Erfolg der neuseeländischen Ruderer erwartet das ganze Land nun den WM-Sieg der “All Blacks” in der zweiten Volkssportart. Neuseelands Kapitän Richard Hugh „Richie“ McCaw ist begeistert. “Unser Land Neuseeland kennt eigentlich niemand. Dann sagen wir einfach immer “All Blacks” und die Welt weiß bescheid. Es wird eine tolle WM für uns.” Und mit ihm sind es natürlich Millionen begeisterter Zuschauer – die diese WM genießen werden. Insgesamt bewerben sich 20 Teams in vier Fünfer-Gruppen um den WM-Titel. Die Ex-Weltmeister Australien, Südafrika und England sowie Frankreich zählen zu den Mitfavoriten. Gut für Deutschland: Wegen des anstrengenden Spiels wird bei den Olympischen Spielen 2016 nicht das traditionelle Rugby mit 15 Mann pro Team, sondern das schnellere Siebener-Rugby gespielt. In dieser Variante kann vielleicht sogar Deutschland mithalten.
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